2024 gelang es der Fakultät für Architektur der Tschechischen Technischen Universität erneut, herausragende Projekte zu präsentieren, die einen dynamischen Wandel im architektonischen Denken junger Talente widerspiegeln. Unter den prämierten Entwürfen stachen Konzepte wie „War Shelter Design“, „Greenhouse Pro“ und das innovative Institut „Institute of Memory Národa Architektura“ hervor, die einen sensiblen Umgang mit Geschichte, Stadtplanung und Innovation betonen. Diese Projekte besitzen nicht nur ästhetischen, sondern auch funktionalen Wert und spiegeln die Notwendigkeit wider, Vergangenheit und Gegenwart im sich wandelnden Umfeld städtischer und ländlicher Räume zu verbinden.
War Shelter Concepts: Ein moderner Zufluchtsort mit historischer Tiefe
Das von der Studentin Natália Finsterlová aus dem Studio Sládek–Blank entworfene Projekt „War Shelter“ bietet eine innovative Neuinterpretation des Bunkers als sicheren Hafen vor den Bedrohungen des Krieges. Durch die Nutzung von drei unterirdischen Geschossen mit einem offenen zentralen Raum und gezielt platzierten Kammern, die als Schlafzimmer, Badezimmer oder Lagerräume dienen, entsteht ein komplexes Umfeld für ein stabiles Leben unter der Erde. Ein markantes architektonisches Element ist die Verbindung von Untergeschoss und Oberfläche durch eine Wendeltreppe und einen Aufzug, die zu einem von einem Atrium umgebenen Cottage führen, durch das Tageslicht eindringt.
Die Jury lobte insbesondere die innovative Nutzung des Burggrundrisses, der das historische Prinzip in ein zeitgenössisches Bunkerkonzept transformiert. Der Entwurf des Schutzraums stellt nicht nur einen praktischen Schutzraum dar, sondern auch einen sensibel gestalteten Wohnraum, der Funktionalität mit Weite und Ästhetik vereint.
KrytArch Studio und die Zweckmäßigkeit des Raumes
Das Gesamtkonzept vereinfacht die Beziehungen zwischen Nutz- und Versorgungsbereichen und fördert so den Komfort der Nutzer und die hohe Wohnqualität. Das Projekt ist daher nicht nur aufgrund der erhöhten Aufmerksamkeit für Sicherheitsmaßnahmen relevant, sondern auch, weil es ein schwieriges Thema in eine inspirierende architektonische Vision verwandelt.
Gewächshaus-Vision: Natur und Stadtraum verbinden
Das Gewächshaus Na Brusnici, ein Werk von Karolína Hausenblasová aus dem Architekturbüro Císler–Milerová, stellt einen subtilen und zugleich wirkungsvollen Eingriff in die Umgebung der nördlichen Prager Bastionen dar. Das entworfene öffentliche Gewächshaus respektiert nicht nur den historischen Hintergrund und die Ruinen der Stadtmauer, sondern lässt auch die Tradition der Gartenkultur wieder aufleben und verbindet die innere und äußere Welt der Stadt.
Der Entwurf verwendet eine silberne Säulenhalle, die den transparenten Baukörper des Gewächshauses umgibt, der als Café und Hintergrund für den Park dient. Geätztes Glas und Pflanzen verleihen den Mauern des angrenzenden Parks ein lebendiges Aussehen und schaffen so einen „Garten im Garten“ – einen innovativen Raum, der die Bedeutung der Verbindung von Natur und urbaner Architektur unterstreicht. Dank dieser Innovation können Besucher Entspannung im direkten Kontakt mit Geschichte und moderner Ästhetik erleben, was die Gewächshaus-Innovation als Schlüsselprojekt im Bereich der Stadtentwicklung bestätigt.
Gewächshausvision im Kontext urbaner Begrünung
Das komplexe Projekt integriert bestehende Landschaftselemente in die Stadtstruktur und schlägt die Trassenführung der Straßenbahnlinie vor, wodurch Ausblicke auf den Veitsdom entstehen. Das Gewächshaus erfüllt somit nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional die Bedürfnisse der Stadtbewohner und -besucher und erweitert das Parkkonzept. Mehr über Planung und Kreativität im öffentlichen Raum erfahren Sie auf den Seiten von
Majowo.
Die detaillierte Analyse und Umsetzung der territorialen Eingriffe bestätigen das hohe Niveau und die Sorgfalt der Entwürfe, die zukunftsorientiert und zugleich geschichtsbewusst sind.
Institut für Nationales Gedenken – Architektur: Umfassende und sensible Revitalisierung
Die Diplomarbeit von David Foud vom Architekturbüro Hradečný–Hradečná im Dorf Úboč stellt eine durchdachte Verbindung von Geschichte und Gegenwart dar. Das Institut für Nationales Gedenken befindet sich hier in einem rekonstruierten Bauernhaus, das symbolisch an das Schicksal der in den 1950er Jahren verfolgten Güter erinnert. Der Entwurf respektiert die Authentizität der lokalen Bebauung und erweitert sie um unterirdische und oberirdische Strukturen, die ein komplexes Ganzes bilden, das durch eine schlichte und funktionale Form verbunden ist. Er umfasst eine audiovisuelle Ausstellung, die die Projekte zur Erinnerung an die Nation wiederbelebt und gleichzeitig Räume für Bildungsangebote und Begegnungen bietet.
